Markt & Technik Sonderheft 2/2008
Folientastaturen
Schaltelemente
Kundenspezifische Projekte, basierend auf Folientastaturen
Nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten

Die Folientastatur behauptet sich weiterhin stabil am Markt. Der
Vorteil: Sie lässt sich kundenspezifisch anpassen, ist wasserdicht
und resistent gegen Chemikalien.
Auch unter besonderen Einsatzbedingungen
bleibt die Folientastatur dauerhaft einsatzfähig! Das
ist eine Grundvoraussetzung für
viele kundenspezifische Designs.
Die Firma Hoffmann+Krippner
kann beispielsweise auf viele außergewöhnliche
Projekte zurückblicken.
Unter anderem hat das
Unternehmen auf Basis einer
Folientastatur eine Bedieneinheit
für ein Identifikationssystem für
Freund/Feind-Radar in einer militärischen
Anwendung realisiert.
Dabei mussten die Entwickler den
erhöhten Anforderungen der Luftfahrt
Rechnung tragen und gleichzeitig
spezielle Anforderungen im
Temperaturverhalten und der
Nacht/Taglicht-Tauglichkeit realisieren
Seine Marktnische im Segment
der Folientastaturen sucht sich
Hoffmann + Krippner vor allem
im kleinen und mittleren Stückzahlenbereich.
Wolfgang Beckert,
Vertriebsleiter, betont: »Längst haben
sich Folientastaturen bei technischem
Aufbau über Leiterplatten
zu ’intelligenten Eingabesystemen’
gewandelt, bei der die Leiterplatte
neben der vorderseitigen
Bestückung der Kontaktfeder
auch rückseitig für die Bestückung
von Elektronikkomponenten
genutzt wird.« Aus seiner
Sicht ist es entscheidend, dass der
Tastaturhersteller bereits frühzeitig,
also in der Entstehungsphase
von Neuprojekten, technische
Problemstellungen mit dem Kunden
erörtern kann. »Gerade bei
kundenspezifischen Eingabeeinheiten
im mittleren Stückzahlenbereich
bietet die Folientastatur
gute Voraussetzungen bei einem
durchaus akzeptablen Preis-Leistungs-
Verhältnis«, sagt Wolfgang
Beckert. Im Vergleich zu den anderen
Eingabetechnologien, wie
Kurzhub-, Einzel- und Sensortaster,
Silikontastaturen und Touchscreen-
Anwendungen, hat die Folientastatur
weiterhin einen hohen
Marktanteil. Allerdings, so
beobachtet Beckert, besteht momentan
ein erhöhtes Interesse an
Projektlösungen, bei denen Folientastaturen
und Touchscreen-
Anwendungen kombiniert werden.
Ein großer Pluspunkt, den die
Folientastatur gegenüber anderen
Technologien verzeichnen kann,
ist die geschlossene Oberfläche.
»In der Regel werden Polyesterfolien
als Dekorfolienwerkstoff verwendet,
die gegenüber mechanischem
Stress und Chemikalien eine
gute Resistenz aufweisen«, erklärt
Beckert. Im Bereich der Medizin-,
Labor- und Lebensmittelindustrie
sind Folientastaturen daher
nicht mehr wegzudenken.
Antibakterielle Beschichtung
Stephanie Zink, Folientastatur-
Expertin bei GeBE Computer &
Peripherie, unterstreicht die Bedeutung
in solchen Anwendungen.
»Folientastaturen sind beispielsweise
leicht zu reinigen.«
Für besonders kritische Einsatzbereiche
mit sehr hohen Anforderungen
an die Hygiene bietet Ge-
BE auch Ausführungen mit einer
antibakteriellen Beschichtung an.
Denn insbesondere bei medizinischen
Geräten stellen Eingabeelemente
oftmals einen Nährboden
für Keime, Bakterien und andere
Mikroorganismen.
Speziell für den Einsatz in
Schaltschränken oder Bedienterminals
in den Bereichen Fabrikautomation,
Chemie, Labor- und
Medizintechnik hat GeBE die Folientastatur
der Serie »GFT-51« im
Programm. Dabei handelt es sich
um eine Tastatur mit komplettem
Layout, die nur 100 x 100 mm
groß ist. Als Frontplattenversion
lässt sie sich mit Hilfe der integrierten
Stehbolzen einfach befestigen
und ist durch ihre Bauart
frontseitig wasser- und staubgeschützt
nach IP 65.
Auch Eugen Froch, Leiter Vertrieb
& Technik von N&H Technology,
führt Argumente wie die hohe Beständigkeit gegen Chemikalien
an. Daneben unterstreicht er
vor allem die Flexibilität beim Design:
»Folientastaturen lassen unbegrenzte
Farbgestaltungsmöglichkeiten
zu. Außerdem sind
durch verschiedene Prägetechniken
wie Dome-, Tasten- und
Randprägung sehr ergonomische
Tastenformen realisierbar.«
Allerdings, so bemerkt Eugen
Froch, muss eine ausführliche Beratung
immer an erster Stelle stehen:
»Insbesondere dann, wenn
Folientastatur und Gehäuse als eine
Baugruppe geliefert werden.«
Die Anbindung an Gehäuse, die
geplante Elektronik und die Auslegung
der Folientastatur sollten
in einem Gesamtkonzept erfolgen,
denn eine nachträgliche Anpassung
sei zeit- und kostenintensiv!
Wichtige Kriterien bei der Erstellung
der »optimalen Folientastatur
« sind natürlich die Abmessungen
inklusive der Toleranzen,
aber auch die Lage und Form des
Anschlusskabels, das optische
Design, die mechanische Haptik
und die geeigneten Materialien.
Hanspeter Külb von knitterswitch,
bestätigt: »Folientastaturen
sind relativ beratungsintensiv.
So müssen neben den bereits genannten
Kriterien auch die Anforderungen
hinsichtlich der Umweltbedingungen
klar definiert
sein. Ohne diese Informationen
ist keine Angebotserstellung möglich.
« Knitter-switch bietet Folientastaturen
in jeder Größe und
Ausführung sowie spezielle Assemblies
an. »Das Problem ist nur,
dass viele Designer vorsichtig
sind, weil sie den Design-Prozess
scheuen und Angst vor hohen
Werkzeugkosten haben.«
knitter-switch will künftig aktiv
dagegen steuern. Das Unternehmen
bietet neuerdings einen
neuen Service zur Unterstützung
im Entwicklungsprozess an. »Anhand
von Prototypen lassen sich
innerhalb von kurzer Zeit Form
und Funktion der Tasten überprüfen.
Die anschließende Fertigung
erfolgt dann in Asien, wodurch
wir konkurrenzfähige Preise garantieren
können«, erklärt Hanspeter
Külb.
Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile
Umsetzung von kundenspezifischen Designs – auch gewölbte Oberflächen
nahezu uneingeschränkte Möglichkeiten bei der Farbauswahl und dem Design (z.B. Digitaldruck)
dank unterschiedlicher Prägetechniken sind ergonomische
Tastenformen realisierbar
hohe Schutzarten
hohe Resistenz gegen Chemikalien
Nachteile
zum Teil kostenintensive
Werkzeuge nötig, daher nicht
interessant für den sehr
kleinen Stückzahlenbereich
beratungsintensiv
fehlende Flexibilität bei der
Definition der Taktilität (Haptik)
wesentlich höhere Stückpreise
im Vergleich zu
Silikonschaltmatten